Nachweis: Borkener Zeitung vom 17.04.2015 

800.000 Euro für neue Siebtechnik

Kreisentsorger EGW investiert in Kompostaufbereitung / Anlage gestern freigeschaltet

Rund 100.000 Tonnen Bioabfall werden jährlich in den Anlagen des Kreisentsorgers EGW in Gescher-Estern verarbeitet. Rund sieben bis acht Wochen dauert es, bis aus dem unter anderem aus Biotonnen angelieferten Biomüll bei Verarbeitungstemperaturen von bis zu 80 Grad wertvoller Kompost geworden ist.

Seit gestern funktioniert die Kompostherstellung noch ein bisschen besser als bislang. Mit einem symbolischen Dreh des Steuerschlüssels setzten Landrat Dr. Kai Zwicker und EGW- Geschäftsführer Peter Kleyboldt die rund 800.000 Euro teure Kompost-Feinaufbereitungsanlage in Gang. Diese siebt Steine, Scherben, Glas, Kunststoffe und andere Fremdstoffe aus dem Rohkompost und sorgt so dafür, dass die Abnehmer am Ende sauberen Kompost erhalten. Zu den Abnehmern gehört vor allem die Erdenindustrie und die Landwirtschaft. Als Bürger kann man Kompost am Standort Gescher, an Wertstoffhöfen, und am  Altdeponiestandort Borken-Hoxfeld bekommen. Als lose Ware ist er kostenlos, in Säcken abgefüllt kostet er zwei Euro pro Sack.

Wenn die rund 100.000 Tonnen Bioabfall die EGW-Anlagen durchlaufen haben, kommen am Ende rund 35.000 Tonnen Kompost raus, erläuterte Kleyboldt bei der Inbetriebnahme am Donnerstagmorgen auf  dem EGW-Gelände vor fachkundigem Publikum. Der Verband der Humus- und Erdenwirtschaft hielt auf dem EGW-Gelände seine Mitgliederversammlung ab. Die alte Sieb-Anlage, so der  EGW-Geschäftsführer, habe 17 Jahre auf dem Buckel gehabt, da sei Austausch angesagt.

Rund fünf Prozent des aus den Kommunen des Kreises angelieferten Bioabfalls sind verunreinigt und müssen aufwändig gereinigt werden, erläuterte Adolf Kreimer, Betriebsleiter der Mechanisch- Biologischen Abfallbehandlungsanlage der EGW, am Rande des Termins. Das Spektrum reicht von jeder Menge Plastiktüten bis zu Toastern oder Motorradhelmen, die EGW-Mitarbeiter auch schon mal im Biomüll finden.

Gestern schalteten (v.l.) Landrat Dr. Kai Zwicker, Wolfgang Brouwer von der Firma Neuenhauser Maschinenbau und EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt die Sortieranlage frei.